
Natürlich gehen einem auch in Deutschland die Mücken dann und wann mal auf die Nerven. Das Ausmaß des Mückenterrors ist allerdings nicht vergleichbar mit dem, was den geneigten Urlauber in Schottland erwartet. In den Sommermonaten sind die kleinen Biester eine flächendeckende Plage.
Da ist es auch nur ein sehr kleiner Trost, dass von den 19 Mückenarten, die es in Schottland gibt, nur fünf Menschen stechen, denn es hilft wenig, dass von ein paar hundert Millionen Mücken nur ein paar Millionen stechen.
Der Kreis der Blutsauger reduziert sich noch, weil nur die weiblichen Tiere stechen und diese auch nur, wenn sie Geschlechtsreife erlangt haben. Dummerweise deckt sich die Zeit der Geschlechtsreife ziemlich genau mit der Hauptreisezeit, nämlich ungefähr von Mai bis September. Ab Ende August lässt allerdings die Aggressivität der Mücken deutlich nach und man kann sich sogar mal abends im Freien aufhalten, ohne komplett zerstochen zu werden.
Besonders ärgerlich an dem Mückenterror ist auch, dass schottische Mücken verständlicherweise kein Deutsch sprechen und insofern auch die Packungsbeilagen einschlägigen Anti- Mücken- Zeugs nicht verstehen. Das wiederum hat zur Folge, dass die meisten Antimückenmittel nix bringen. Dazu kommt, dass schottische Mücken eine ganz besondere Vorliebe für Gesicht, Ohren und andere Körperteile haben, die sich schlecht mit einer dicken Schicht von Anti- Mücken- Gel bedecken lassen.
Übrigens sind die Mücken dort auch nicht so groß wie in Deutschland, sondern gleichen eher den kleinen Fruchtfliegen, die man in der Wohnung hat, wenn man den Abwasch mal eine Woche in der Küche stehen lässt. Ein kleiner Tipp: Je schneller man sich damit abfindet, dass die Mücken eben zu Schottland gehören wie Whisky, Castles und Kilts, desto schneller findet man das innere Gleichgewicht, das Land trotz ständigen Kribbelns in Ohren oder Nase zu genießen.