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Nach der Winterpause läuft zunächst überhaupt nix mehr zusammen. Ob die Mannschaft in der langen Pause zu viel Zeit zum Nachdenken hatte oder was auch immer der Grund gewesen sein mag: Bis zum 27. Spieltag gibt es nur einen mageren Sieg gegen 1860. Ansonsten macht man eher dadurch Schlagzeilen, dass man sich in Cottbus der Lächerlichkeit preisgibt und die Schalker Torfabrik in fünf Spielen am Stück ohne Torerfolg bleibt. Aber dann...
Mit dem Spiel in Leverkusen begannen für die Knappen, die zwischenzeitlich
auf Platz 6 durchgereicht worden waren, die Wochen der Wahrheit. Mit
Leverkusen, Lautern, Bayern und Hertha hat man nun vier direkte
Konkurrenten am Stück vor sich und wie in der Hinrunde findet die
Mannschaft genau zur rechten Zeit zurück zur alten Form. Dem 3:0 in
Leverkusen folgte ein
5:1 gegen Kaiserlautern, mit denen man nach dem geschundenen
Elfmeter aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen hatte. Waldoch, der
dabei im Hinspiel keine gute Figur gemacht hatte, revanchiert sich mit
zwei Toren. Die weiteren Treffer kommen aus der wieder rund laufenden
Tormaschinerie mit Sand (2) und Mpenza. Die mutmaßlich beste
Saisonleistung beim 3:1 in Bayern durch den dritten Dreierpack (!) von Ebbe
Sand bringt 5 Spieltage vor Schluss die Tabellenführung zurück und nach
dem 3:1 gegen Hertha (Böhme, van Hoogdalem, Mpenza) glaubt in Fußball-
Deutschland kaum noch jemand, dass der S04 in dieser Form noch vom
ersten Meistertitel seit 43 Jahren abzuhalten sein wird.
Doch dann taucht ein altes Schalker Problem wieder auf. Während man die starken Mannschaften der Liga dank des schnörkellosen Konterspiels und des Ausnahmesturms schlagen konnte, stellen sich die Kleinen wie Bochum hinten rein. Trotzdem ist Schalke nach dem 1:1 in Bochum (Mpenza) und dem 2:1 gegen Wolfsburg (Sand, Mpenza) bis zum vorletzten Spieltag noch Spitzenreiter.
Die letzten beiden Spieltage sind dann ein Beleg dafür, wie grausam
Fußball so sein kann; ein Beleg dafür, dass am Ende nicht die Besseren
gewinnen sondern die Bayern und ein Beleg dafür, dass ein Spiel nicht 90
Minuten dauert. Die Bayern waren schon am 32. Spieltag erst in letzter
Minute durch ein 1:0 in Leverkusen an den Schalkern dran geblieben. An
den letzten beiden Spieltagen perfektionierten sie diesen grausamen
Minimalismus.
Ohne drum herum zu reden: Das Spiel der Schalker in Stuttgart war grottig. Bis zur Schlussminute ein 0:0 gehalten, hätte auch reichen können, denn Bayern war zuhause nach 5 Minuten gegen Kaiserlautern in Rückstand geraten. Jancker glich zwar noch aus, aber mit diesen zwei Unentschieden wären die allerbesten Voraussetzungen für den Saisonabschluss gegen Haching geschaffen. Aber nicht nur, dass Balakov in der Nachspielzeit das Stuttgarter 1:0 schießt, nein, in der selben Sekunde schaffen auch die Bayern noch den Siegtreffer. Statt punktgleich mit besserem Torverhältnis nun also 3 Punkte hinter den Bayern, die also in Hamburg nur noch einen Punkt zur Meisterschaft brauchten.
Als Schalke am letzten Spieltag zuhause schnell 0:2 gegen Unterhaching
zurücklag, war die Sache eigentlich gegessen. Man drohte sogar noch die
direkte Champions- League- Qualifikation an den ungeliebten Nachbarn aus
dem Osten zu verlieren. Schalke kämpfte sich aber wieder zurück ins Spiel
und wollte sich bei diesem letzten Spiel im Parkstadion anständig aus der
Saison verabschieden. Nach einem Riesenspiel gewann Schalke doch noch 5:3
(van Kerckhoven, Asamoah, 2 x Böhme, Sand), In Hamburg stands 0:0 und alles
wartete auf den Schlusspiff in Hamburg, als dort plötzlich Barbarez nicht
einsah, dass er die Torjägerkanone an Ebbe Sand (22 Tore) abgeben sollte
und den Bayern einen einschenkte! 1:0 für HSV und Schalke war Meister! Los
Merk, pfeif ab und lass uns feiern!! Naja, das Ende ist bekannt: Merk ließ
fünf (!) Minuten nachspielen und weil das noch nicht reichte, pfiff er
auch noch indirekten Freistoß aus 10 Metern wegen aufgenommenen Rückpasses.
Anderson sagt danke, und Bayern war Meister. Der Pokalsieg eine Woche
später ist kein ausreichender Trost!