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Die Saison 2000/2001

Die Rückrunde

Nach der Winterpause läuft zunächst überhaupt nix mehr zusammen. Ob die Mannschaft in der langen Pause zu viel Zeit zum Nachdenken hatte oder was auch immer der Grund gewesen sein mag: Bis zum 27. Spieltag gibt es nur einen mageren Sieg gegen 1860. Ansonsten macht man eher dadurch Schlagzeilen, dass man sich in Cottbus der Lächerlichkeit preisgibt und die Schalker Torfabrik in fünf Spielen am Stück ohne Torerfolg bleibt. Aber dann...

Mit dem Spiel in Leverkusen begannen für die Knappen, die zwischenzeitlich auf Platz 6 durchgereicht worden waren, die Wochen der Wahrheit. Mit Leverkusen, Lautern, Bayern und Hertha hat man nun vier direkte Konkurrenten am Stück vor sich und wie in der Hinrunde findet die Mannschaft genau zur rechten Zeit zurück zur alten Form. Dem 3:0 in Leverkusen folgte ein 5:1 gegen Kaiserlautern, mit denen man nach dem geschundenen Elfmeter aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen hatte. Waldoch, der dabei im Hinspiel keine gute Figur gemacht hatte, revanchiert sich mit zwei Toren. Die weiteren Treffer kommen aus der wieder rund laufenden Tormaschinerie mit Sand (2) und Mpenza. Die mutmaßlich beste Saisonleistung beim 3:1 in Bayern durch den dritten Dreierpack (!) von Ebbe Sand bringt 5 Spieltage vor Schluss die Tabellenführung zurück und nach dem 3:1 gegen Hertha (Böhme, van Hoogdalem, Mpenza) glaubt in Fußball- Deutschland kaum noch jemand, dass der S04 in dieser Form noch vom ersten Meistertitel seit 43 Jahren abzuhalten sein wird.

Doch dann taucht ein altes Schalker Problem wieder auf. Während man die starken Mannschaften der Liga dank des schnörkellosen Konterspiels und des Ausnahmesturms schlagen konnte, stellen sich die Kleinen wie Bochum hinten rein. Trotzdem ist Schalke nach dem 1:1 in Bochum (Mpenza) und dem 2:1 gegen Wolfsburg (Sand, Mpenza) bis zum vorletzten Spieltag noch Spitzenreiter.

Sand & Mpenza Die letzten beiden Spieltage sind dann ein Beleg dafür, wie grausam Fußball so sein kann; ein Beleg dafür, dass am Ende nicht die Besseren gewinnen sondern die Bayern und ein Beleg dafür, dass ein Spiel nicht 90 Minuten dauert. Die Bayern waren schon am 32. Spieltag erst in letzter Minute durch ein 1:0 in Leverkusen an den Schalkern dran geblieben. An den letzten beiden Spieltagen perfektionierten sie diesen grausamen Minimalismus.

Ohne drum herum zu reden: Das Spiel der Schalker in Stuttgart war grottig. Bis zur Schlussminute ein 0:0 gehalten, hätte auch reichen können, denn Bayern war zuhause nach 5 Minuten gegen Kaiserlautern in Rückstand geraten. Jancker glich zwar noch aus, aber mit diesen zwei Unentschieden wären die allerbesten Voraussetzungen für den Saisonabschluss gegen Haching geschaffen. Aber nicht nur, dass Balakov in der Nachspielzeit das Stuttgarter 1:0 schießt, nein, in der selben Sekunde schaffen auch die Bayern noch den Siegtreffer. Statt punktgleich mit besserem Torverhältnis nun also 3 Punkte hinter den Bayern, die also in Hamburg nur noch einen Punkt zur Meisterschaft brauchten.

Als Schalke am letzten Spieltag zuhause schnell 0:2 gegen Unterhaching zurücklag, war die Sache eigentlich gegessen. Man drohte sogar noch die direkte Champions- League- Qualifikation an den ungeliebten Nachbarn aus dem Osten zu verlieren. Schalke kämpfte sich aber wieder zurück ins Spiel und wollte sich bei diesem letzten Spiel im Parkstadion anständig aus der Saison verabschieden. Nach einem Riesenspiel gewann Schalke doch noch 5:3 (van Kerckhoven, Asamoah, 2 x Böhme, Sand), In Hamburg stands 0:0 und alles wartete auf den Schlusspiff in Hamburg, als dort plötzlich Barbarez nicht einsah, dass er die Torjägerkanone an Ebbe Sand (22 Tore) abgeben sollte und den Bayern einen einschenkte! 1:0 für HSV und Schalke war Meister! Los Merk, pfeif ab und lass uns feiern!! Naja, das Ende ist bekannt: Merk ließ fünf (!) Minuten nachspielen und weil das noch nicht reichte, pfiff er auch noch indirekten Freistoß aus 10 Metern wegen aufgenommenen Rückpasses. Anderson sagt danke, und Bayern war Meister. Der Pokalsieg eine Woche später ist kein ausreichender Trost!

Saisonverlauf