Arbeiterkultur
Einleitung
Seit einigen Jahren ist es sehr still geworden um die Arbeiter-
und Arbeiterkulturforschung. Teilweise wird eine Beschäftigung mit Arbeiterkultur
abgelehnt, weil es so etwas klar Abgrenzbares in der heutigen Zeit gar nicht
mehr gäbe. Wir beschäftigen uns deshalb mit den Gründen für das Verschwinden
oder die Transformation der Arbeiterkultur in Deutschland, indem wir versuchen,
die Entwicklung der Arbeiterkultur von ihren Anfängen in der Mitte des 19.
Jahrhunderts bis zum Ende des 20. Jh. zu dokumentieren.
Bei der Beschäftigung mit „Arbeiterkultur“ stößt man schnell auf
eine Reihe von Problemen, auf die hier einleitend eingegangen werden muß. Schon
ein flüchtiger Überblick über die erschlagende Fülle an Literatur bringt eine
ungeheure Vielfalt an Diversifikationen und Spezialisierungen des Themas. Eine
erste Spaltung „der“ Arbeiterkultur erfolgt entlang nationalstaatlicher
Grenzen; die Spezialisierung geht oft auch weit darüber hinaus und bringt
Arbeiten zur Arbeiterkultur in bestimmten Regionen oder einzelnen Städten hervor.
Darüber hinaus sind quasi alle Forschungsarbeiten auf einen meist sehr engen
Zeitraum begrenzt; wobei für Deutschland überwiegend Arbeiten über die
Arbeiterkultur in der Kaiserzeit und der Weimarer Republik vorliegen. In dem Jahrzehnt
vom Ende der 1960‘er Jahre bis Ende der 70‘er Jahre hat es mit der Renaissance
des Marxismus auch noch einmal eine verstärkte Beschäftigung mit der
Arbeiterbewegung gegeben, die durch einen Streit zwischen Strukturalisten und
Kulturalisten geprägt war und die mit dem Ende des Fordismus abebbte. In der
postfordistischen Gesellschaft hat die Beschäftigung mit diesem Thema –wie angedeutet-
historischen Charakter und man läuft Gefahr, sich den Vorwurf der romantisierenden
Darstellung einzuhandeln.[1]
Weitere Probleme ergeben sich bei der erkennbaren Auffächerung des
Forschungsgegenstandes, der z.T. aus unterschiedlichen Definitionen von
„Arbeiterkultur“ herrührt. So gibt es unzählige Arbeiten zu jedem einzelnen
Wirklichkeitsbereich, von denen TENFELDE mit Arbeitsplatz, Familie, kommunaler
Umwelt und organisierter Arbeiterbewegung nur die wichtigsten nennt.[2]
Hierzu ist allerdings auch anzumerken, daß die Sphäre des Arbeitsplatzes von
den allermeisten Autoren als nicht hinreichend beeinflußbar angesehen wird und
Arbeiterkultur insofern in erster Linie Freizeitkultur ist.[3]
Wir schließen uns dieser Meinung an und befassen uns in dieser Arbeit vorrangig
mit der kulturellen Gestaltung der Arbeiterfreizeit.
Schließlich ist auch die Betrachtung der Arbeiterklasse als einer
homogenen Gruppe aufgrund der starken Binnendifferenzierung entlang von
Branchenunterschieden, Qualifikationsgrad, Geschlecht und vor allem auch
Konfession nicht möglich. Die vorhandene Literatur bietet schwerpunktmäßig
Studien zur sozialistischen Arbeiterkultur, seltener zur – durchaus relevanten
– katholischen Arbeiterbewegung. Für unsere Fragestellung nach den Gründen für
das Verschwinden oder die Transformation der Arbeiterkultur nach 1945 ist der
weltanschauliche Unterschied zweitrangig, da die meisten von uns im folgenden
darzustellenden Punkte für das sozialistische wie das katholische Milieu
gleichermaßen gelten.
Theoretische Annäherung
an den Arbeiterkulturbegriff
Für marxistische Theoretiker ist die kapitalistische Gesellschaft
geprägt durch den Gegensatz von Lohnarbeit und Kapital. Dieser Gegensatz sei
aufgrund seines antagonistischen Charakters der Hauptwiderspruch, der in der
bestehenden bürgerlichen Gesellschaft nicht aufzulösen sei. Die freie
Entfaltung der Persönlichkeit der Arbeiter setze die Aufhebung der
kapitalistischen Produktionsweise voraus. Entsprechend galt der Staat für Marx
allein als „bürokratisch gezimmerter, polizeilich gehüteter Militärdespotismus“[4]
und Repressionsinstrument der herrschenden (bürgerlichen) Klasse- eine Analyse,
die für den wilhelminischen Staat in der Zeit der Sozialistengesetze eine
gewisse Berechtigung haben dürfte, wenn auch führende Sozialdemokraten wie
Lasalle, Liebknecht oder Bebel durchaus positive Funktionen des Staates erkannten.[5]
Der italienische Kommunist Antonio Gramsci untersuchte gesellschaftliche
Umstürze und bemerkte, daß diese allein mit ökonomischen Parametern nicht zu
erklären waren. Entsprechend war für ihn ökonomischer Wohlstand nur partieller
Aspekt im Kräfteverhältnis der beiden gesellschaftlichen Hauptklassen. Aus
dieser Einsicht leitete Gramsci eine von Marx und Engels unterschiedliche
Staatstheorie ab. Für ihn bestand der staatliche Überbau aus zwei Ebenen:
Erstens gäbe es die bürgerliche Gesellschaft,
die durch Vereine und Organisationen vermittelt sei und die durch ihre Einrichtungen
maßgeblich zur sozialen Sicherung beitrügen; die zweite Ebene umfasse den
traditionellen Herrschaftsapparat, der das Gewaltmonopol ausübe. Neben dessen
Ausübung basiere die Herrschaft also auch auf Integration und Anpassung der
Arbeiterklasse. Diese Vermittlungsaufgabe würde durch das bürgerliche Organisations-
und Vereinswesen gewährleistet und sichere somit der herrschenden Klasse die
hegemoniale gesellschaftliche Stellung.
Diese „Kasematten bürgerlicher Herrschaft“ könnten nicht durch
einen Putsch wie der Russischen Oktoberrevolution zerstört werden, sondern
müßten in einem langandauernden „Stellungskrieg“ erobert werden, um eine
Hegemonie der Arbeiterklasse zu erreichen.[6]
Diese These führte zur Herausbildung einer vom sowjetischen Revolutionsdogma
unterschiedlichen Auffassung vom Übergang zum Sozialismus, die mit dem Begriff
Eurokommunismus bezeichnet wurde und nach 1945 die Politik insbesondere des italienischen
PCI beeinflußte.[7] In keinem
anderen westeuropäischen Land erlangte die kommunistische Arbeiterkultur eine
solche Verbreitung wie in Italien. Da eine explizite Darstellung den Rahmen
dieser Arbeit sprengen würde, muß hier auf weiterführende Literatur verwiesen
werden.[8]
In Deutschland ist die Hochzeit der sozialistischen Arbeiterkultur
in der Weimarer Zeit zu verorten. Deshalb soll ein kurzer historischer Abriß
nun einen Überblick über die Geschichte und Entwicklung der deutschen
Arbeiterbewegung und der Arbeiterkultur vermitteln.
Zur Geschichte der
deutschen Arbeiterbewegung
Der Beginn der Arbeiterbewegung ist nicht exakt zu terminieren.
GREBING wählt mit 1848 das Erscheinungsjahr des Kommunistischen Manifests, auch
wenn die Industrialisierung in Deutschland erst zwischen 1850 und 1870 intensiviert
wird. Obwohl das Arbeiterleben zu dieser Zeit von extremer Verelendung
gekennzeichnet ist, entwickelt sich erst 1863 mit dem ADAV ein Versuch der Organisation
der Arbeiterklasse, der zunächst nur sehr bescheidene Erfolge zeitigt. Erst im
fünften Anlauf gelingt es 1877, den ersten sozialdemokratischen Abgeordneten
bei den Reichstagswahlen durchzubringen.
Auch die ersten gewerkschaftlichen Zusammenschlüsse sind nicht von
Klassenkampfeslust beseelt sondern dienen vorrangig der Wahrung ständischer
Interessen. Die ersten Arbeiterbildungsvereine aus dieser Zeit zogen ihre
Akzeptanz ebenfalls aus der erhofften Möglichkeit des sozialen Aufstiegs und weniger aus der Entwicklung von
Klassenbewußtsein.[9] Die Theorien
von Marx u.a. waren den Arbeitern um 1870 jedenfalls weitgehend unbekannt.
Auch wenn die Verbesserungen gerade das Leben am Existenzminimum
sicherten, noch immer erbärmliche Wohnverhältnisse herrschten und die Frauen in
der Regel mitarbeiten mußten, um die Kinder ernähren zu können, ein
Familienleben im bürgerlichen oder bäuerlichen Sinne also kaum möglich war, kam
es um die Jahrhundertwende zu einer massiven Ausdehnung des sozialdemokratischen
Kultursektors.
Dem genuin bürgerlichen Vereinswesen wurden in nahezu allen Bereichen
Arbeitervereine entgegengesetzt. So gab es neben den Arbeitersportverbänden,
dem Sängerbund und den Naturfreunden, die 1892 gegründet wurden, bald auch
Frauen- und Arbeiterjugendgruppen, die aber entsprechend des von Kautsky und
Bernstein formulierten Erfurter Programmes der SPD von 1891 keinen
revolutionären Charakter hatten sondern in erster Linie proletarisches Gemeinschaftsgefühl
stifteten.
Erst der Weimarer Kultursozialismus entfaltete den antagonistischen
Charakter der Arbeiterkultur in der Schaffung des „neuen Menschen“.
Entgegen den Gemeinschaftsgefühl fördernden Kulturorganisationen
der Arbeiterbewegung im Kaiserreich betont GUTTSMANN die erzieherische Aufgabe
der „Vorfeldorganisationen“ der SPD in der Weimarer Republik.[11]
Eine wichtige Rolle spielte dabei der 1925 gegründete Sozialistische
Kulturbund, der mit der SPD Freizeit- und Bildungsveranstaltungen organisierte
und dadurch die sozialistische Persönlichkeit schaffen und Klassensolidarität
festigen wollte.
Die Freizeitveranstaltungen sollten helfen, die breite Masse der Arbeiter
von der geistigen Welt des Kapitalismus fernzuhalten und einen Ausgleich für
den abstumpfenden Arbeitsalltag zu schaffen. So dienten die Ferien- und
Wanderheime der Naturfreundebewegung als Antwort auf die Erholungsbedürfnisse
nach dem Arbeitstag, der Arbeitersport setzte verstärkt auf den Familiensport
im Gegensatz zum bürgerlichen Leistungssport. Theater und Kunst dienten einerseits
als Gegengewicht zu den schädigenden Einflüssen des monotonen Arbeiterlebens,
andererseits gab es auch Versuche der ideologischen Ausrichtung von Kunst
(politisches Theater). Im Bereich der Religion versuchten die sozialistischen
Kulturorganisationen schließlich durch „Proletarische Feierstunden“ und
Jugendweihen Ersatz für christliche Kulturrituale anzubieten.[12]
Neu an den Arbeiterfreizeitveranstaltungen war also der Versuch,
sie zu Katalysatoren für die Gestaltung des neuen Menschen zu machen.[13]
LANGEWIESCHE beschreibt den „homo socialisticus“ als Partei- und
Gewerkschaftsmitglied, der nach Feierabend das Parteiorgan las, in der Freizeit
mit der ganzen Familie an Naturfreunde- Wanderungen teilnahm, seinen Urlaub
über eine sozialistische Reiseagentur plante, Bücher in sozialdemokratischen
Büchereien entlieh, die es auch in den kleinsten Orten gab, Lebensmittel in einer
milieuverbundenen Konsumgenossenschaft einkaufte und bei der Volksfürsorge
versichert war.[14]
LÖSCHE und WALTER betonen die Zwangsläufigkeit der Abschottung
sozialer Milieus in der fragmentierten politischen Kultur der Weimarer Republik
als funktionalen Aspekt zur Konstitution von Solidargemeinschaften.[15]
Diese Fragmentierung in sich bekämpfende soziale Milieus ist in der
Bundesrepublik nach 1945 zweifellos nicht mehr gegeben.
Wir wenden uns nun der Frage zu, wie es zu der Erosion der sozialistischen
Arbeiterkultur und ihrer Organisationen kommen konnte.
Eine erste Antwort liegt unmittelbar auf der Hand: Der Nationalsozialismus
hat die Arbeiterkulturorganisationen wie die Parteien und Gewerkschaften schon
unmittelbar nach der Machtübergabe an Hitler wirkungsvoll zerschlagen.
Sozialdemokraten und Kommunisten waren enormer Repression ausgesetzt, so daß
unter der Nazi- Herrschaft an die Ausübung sozialistischen Kulturlebens nicht
zu denken war. Im günstigsten Fall „überwinterten“ die sozialdemokratischen
Aktivisten bis 1945, wie Stefan GOCH es in seiner Studie über Arbeiterkultur in
Gelsenkirchen konstatiert.[16]
In vielen Fällen fehlte nach dem Ende des Nationalsozialismus aber auch das Personal,
um die verschiedenen Organisationen wieder aufzubauen, denn viele Protagonisten
der alten Arbeiterbewegung waren tot oder setzten ihre Hoffnungen auf den
Aufbau des Sozialismus in der Sowjetischen Besatzungszone.
Man darf auch die psychologische Wirkung des Mißbrauchs, den die
Nazis mit den Symbolen der Arbeiterbewegung trieben, nicht unterschätzen.
In der Bundesrepublik vertraten die Arbeiterorganisationen nach
1945 kaum noch klar umrissene Klassenpositionen und führten keinen Kampf mehr
um die Freizeit ihrer Mitglieder oder Anhänger.[17]
Nur in industriellen Ballungsgebieten wie dem Ruhrgebiet oder (später) dem
Saarland gelang es, wieder ein dichtes Netz an gegenkulturellen Vereinen und Organisationen zu knüpfen. Ansonsten
gelang es der Adenauer- Regierung, die Arbeiterorganisationen und die Arbeiter
durch Teilhabe am materiellen Wohlstand in das kapitalistische Wirtschafts- und
Gesellschaftssystem zu integrieren. Schließlich verloren die Arbeiter auch den
Grund, sich in ihrem eigenen Milieu abzukapseln, denn ihre ökonomischen Forderungen
wurden nun als legitim angesehen. SCHEERER bezeichnet die Einbindung der
Arbeiterklasse als Kooptation in einen korporativen Rahmen[18],
die sich z. B. in der Mitverantwortung der Arbeitervertretungen für das
Betriebswohl äußert. So wurde in der Bundesrepublik ein auf Konsens basierendes
System betrieblicher Konfliktaustragung etabliert, das der Arbeiterklasse zwar
nicht solche spektakulären Erfolge wie z.B. in Italien ermöglicht, dafür aber
auch in Krisenzeiten eine Sicherung des bis dahin errungenen Wohlstands garantiert.[19]
Mit der Durchsetzung der Massenmedien Rundfunk und Fernsehen in
den 50‘er Jahren offenbarte sich die Unfähigkeit beider sozialmoralischer
Milieus, die Freizeit ihrer Mitglieder – dort wo sie es noch versuchten-
weiterhin zu durchdringen und die Freizeitorganisationen erhielten mehr und
mehr den Status von „Beratungs- und Konsumentenorganisationen“.[20]
Ein weiterer Grund für die Erosion der weltanschaulich-gebundenen
Freizeitorganisationen ist in der enormen Veränderung der materiellen Lage der
Arbeiterklasse und den erweiterten Freizeitmöglichkeiten zu suchen. Diese
Veränderungen sollen nun überblicksartig dargestellt werden.
Empirische Daten zur
Sozialstruktur der Arbeiterklasse nach 1945[21]
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrug die wöchentliche Arbeitszeit
der Arbeiter in Deutschland zwischen 60 und 90 Stunden. Die Durchsetzung des
8-Stundentages für die Mehrheit der Lohnabhängigen gelang erst nach dem zweiten
Weltkrieg. Die tarifliche Wochenarbeitszeit sank von 48 Stunden im Jahre 1950
auf rund 39 Stunden im Jahr 1990.[22]
Der Urlaubsanspruch stieg in demselben Zeitraum von 12 auf 31 Tage. Betrachtet
man die jährliche Arbeitszeit je Arbeitnehmer ergibt sich für die Zeit von
1960-1975 eine Reduzierung der Jahresarbeitszeit um 332 Stunden.
Nicht zu vergessen sei allerdings die Schichtarbeit, sowie die
Arbeit an Sonn- und Feiertagen, die, trotz der genannten Verbesserungen der
Arbeitsbedingungen, enorme Unregelmäßigkeiten im Arbeits- und Lebensprozeß für
die Lohnabhängigen bedeuten. Außerdem sind Überstunden nach wie vor üblich.
Nach aktuellen Schätzungen leisteten die Arbeitnehmer im Jahr 2000 zwischen 1,8
und 1,9 Milliarden bezahlte Überstunden.
Neben der Betrachtung der täglichen wöchentlichen oder jährlichen
Arbeitszeit ist auch die Entwicklung der Lebensarbeitszeit zu berücksichtigen.
Durch die Einführung des 9. Pflichtschuljahres im Jahr 1960, ergibt sich eine
Verlängerung der Ausbildungszeit, die einen entsprechend späteren Eintritt in
das Erwerbsleben zur Konsequenz hat, was demnach eine Verkürzung der
Lebensarbeitszeit bedeutet.
Heute steht allerdings eher das Problem des Lehrstellenmangels im
Vordergrund als der Genuß verbesserter Ausbildungsbedingungen, in welchen auch
nur die jüngeren Jahrgänge der gesamten arbeitenden Bevölkerung gekommen sind.
Der zweite Aspekt bezüglich der Entwicklung der Lebensarbeitszeit
ist der Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitslebens. Seit 1975 nimmt die Anzahl
der Arbeiter, die nach ihrem 65. Lebensjahr in Rente gehen, rapide ab. Das
durchschnittliche Alter bei Beendigung Erwerbstätigkeit liegt zwischen 60 und
64 Jahren. Hinzuweisen ist auch auf die Wandlungen im Arbeitsbereich, die eine
frühe Vernutzung der Arbeitskraft verhindern.
Entwicklung des Einkommens
Mit der Tendenz zu einer Verringerung der Arbeitszeit ist eine wesentliche
Grundlage für die Entwicklung und Entfaltung der Individuen gelegt. Es stellt
sich nun die Frage, ob diese Individuen auch die notwendigen Geldmittel zur
Verfügung haben, um ihre Freizeit ihren Bedürfnissen entsprechend zu gestalten.
Das Einkommen der Arbeiter bewegte sich über lange Zeiten am Rande
des Existenzminimums. Erst mit der Anhebung der Löhne seit den 50er Jahren
verbesserte sich ihre Lebenslage. Die Lohnabhängigen haben die Möglichkeit über
ihren Lohn hinaus Sozialleistungen, wie Kindergeld, Sozialhilfe, BAFöG,
Wohngeld etc. zu beziehen. Interessant ist vor allem das ausgabefähige
Einkommen, da sich nur in dieser Größe das wirklich der Familie zur Verfügung
stehende Geld ausdrückt. Dieses Einkommen hat sich von 1965 bis 1978 für den
Durchschnittshaushalt nahezu verdreifacht
Parallel zu der Einkommenssteigerung verbreiteten sich nach 1945
auch in Arbeiterhaushalten langlebige Konsumgüter. Das Auto stand dabei an
erster Stelle. Diese nachholende Entwicklung fand auch im Wohnbereich statt,
die Standards an Größe und Ausstattung anderer Berufsgruppen konnten allerdings
nicht erreicht werden. Im Jahre 1990 stand dem Bruttojahresverdienst der
Angestellten von ca. 60.000 DM ein solches der Arbeiter von ca. 46.000 DM
gegenüber. Demnach müssen alle Arbeiterschichten mit einem unterdurchschnittlichem
Einkommen auskommen.
Die Haus- und Wohnungsbesitzer unter den Arbeiterfamilien steigerten
sich von 6% im Jahre 1950 auf 39% im Jahre 1977. Die Wohneigentumsquote ist
seitdem relativ konstant geblieben.
Wer heute als ArbeiterIn beschäftigt ist, hat für gewöhnlich nicht
an der Bildungsexpansion teilgenommen. In den 50er Jahren hatten in der Regel
ca.80% der Arbeiter die Volks- bzw. Sonderschule besucht. Die Zahl hat sich bis
heute nur unwesentlich verändert.
Bedeutend geändert hat sich die Bildungspartizipation der Kinder
aus Arbeiterhaushalten: der Anteil der Arbeiterkinder, die Gymnasien besuchen,
ist von 5,6% im Jahre 1972 auf 9% im Jahre 1989 gestiegen. Nach dem Besuch von
weiterführenden Schulen nehmen sie aber meistens einen Job an, „der sie aus der
Arbeiterschaft gleichsam ‚herausdefiniert‘. Diese defizitäre Schulbildung verhindert
nicht die Individualisierungsprozesse in der Arbeiterschaft, „wohl aber
erschwert sie die Entwicklung ganz bestimmter bildungsbürgerlicher,
‚intellektuell‘ geprägter reflexiver Lebensstile.“[23]
Die Vermutung liegt demnach nahe, daß die Individualisierungsprozesse
in der Arbeiterschaft auf einem anderen kulturellen Niveau oder anderen Feldern
abgelaufen sind und ablaufen werden.
Mit der Zunahme des ausgabefähigen Einkommens, den gewachsenen
Bedürfnissen der Lohnabhängigen und der Ausdehnung der frei verfügbaren Zeit,
hat die Freizeit und die Ausgaben für diesen Bereich an Bedeutung zugenommen.
Arbeiter und Angestellte unterscheiden sich hinsichtlich des
reinen zeitlichen Umfangs an freier Zeit nicht nennenswert von anderen abhängig
Beschäftigten, wobei die Lebensbedingungen von Schichtarbeitern eine
Sonderstellung einnehmen.
Ein Teil des ausgabefähigen Einkommens der Arbeiter, welches den
Familien nach Abzug aller Ausgaben für die notwendige Reproduktion zur
Verfügung steht, ist für die Ausgaben im Freizeitbereich gedacht.
Aufgrunde der Ausweitung der Arbeitsteilung im Laufe der Entwicklung
der Produktivkräfte kommt es zu deutlichen Änderungen der Konsumgewohnheiten
und -möglichkeiten der arbeitenden und lohnabhängigen Klasse. So führt die
Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion „zur Herstellung völlig neuer
Gebrauchswerte auf der einen Seite und zur Transformation von ehemaligen Luxusbedürfnissen
auf der anderen.“[24]
Die
wirkliche Freizeit teilen die Mitglieder der Arbeiterklasse angeblich in zwei
Hauptblöcke: einerseits in den Medienkonsum andererseits in die große
Bandbreite bestimmter Freizeitaktivitäten. Dabei handelt es sich vor allem um
aktive oder passive sportliche Betätigung in Vereinen. Außerdem spielt das
Hobby-Werken als Freizeitbetätigung eine wachsende Rolle.
Unter Aufwendungen für den Freizeitkonsum fallen Aufwendungen für
Urlaubsreisen, für die private Nutzung des Kfz in der Freizeit und für
Freizeitgüter wie Medien, Sport und Camping, Gartenpflege, Tierhaltung etc.
Eine nicht unerhebliche Rolle für den Individualisierungsprozeß
der Arbeiterklasse spielt die Entwicklung der Technik im weitesten Sinne. Für
die lohnabhängigen Arbeiter und Angestellten bedeutet die zunehmende
Ausstattung mit langlebigen Gebrauchsgütern zur Haushaltsführung eine Vereinfachung
der notwendigen häuslichen Tätigkeiten. Gleichzeitig vergrößert sich auf diese
Weise die frei zur Verfügung stehende Zeit.
In der Literatur wird die These aufgeworfen, daß höhere Bildungsschichten
;Kultur‘ als Statussymbolisierung heranziehen würden und sich eine gewisse
‚Technikfeindlichkeit’ ‚gut mache‘, während es in der Arbeiterschaft eher
anders herum sei: Die Technikaffinität und Kompetenz im Umgang mit Werkzeugen
und Maschinen, die aus den Produktionsprozeß hervorgehe, und „die daraus resultiernde
größere Bedienungsgeschicklichkeit oder technische Handwerklichkeit [...] legen
der Arbeiterschaft die Handhabung technischer Artefakte als Distinktionsmittel
zumindest nahe.“[25]
Insgesamt betrachtet hat sich schon von 1950-1965 der Anteil der
erwerbstätigen Ehefrauen bei Arbeitern mehr als verdoppelt.
Arbeiterhaushalte können heute weitestgehend nicht mehr als solche
bezeichnet werden, da nur etwa die Hälfte aller Ehefrauen von Arbeitern
ebenfalls im Arbeiterstatus beschäftigt sind. Dieser Trend ist in jungen Ehen
noch ausgeprägter: Ist der Ehemann als Arbeiter tätig, so ist die ebenfalls
erwerbstätige Ehefrau sogar überwiegend (84 %) im Angestellten–bzw.
Beamtenberuf tätig.
Was die Berufsstellung anbelangt sind die Arbeiterhaushalte also
mehr als in anderen Schichten ‚gemischt‘. Dieser Aspekt könnte zu einer
Herauslösung aus der traditionellen Arbeiterkultur in der Familie führen.
Für den Lohnarbeiter bildet die Familie den zentralen Wert in der
Lebensführung: „Für sie wird gearbeitet, für sie ein Eigenheim erschuftet und
die Wohnung ausgestattet, sie gibt dem Leben Sinn und mit ihr will man in der
Freizeit beisammen sein.“[26]
Typisch für das Familienleben der Arbeiterschaft der ersten Generation
war eine sogenannte „halboffene Familienstruktur“. Die Aufnahme von
Untermietern, Schlafgängern oder Pflegekindern, die hohe Quote der
Teilwohnungen und das enge Zusammenleben im Mietshaus ließen wenig Platz für
eine ungestörte Privatsphähre. Diese Situation war aufgrund schlechter
Wohnbedingungen und als Überlebensstrategie allerdings zwingend notwendig.
Die Berufsgruppe der Arbeiterschaft wies die höchste Kinderzahl
auf. Aus diesem Grund waren die Familien häufig auf Hilfeleistungen angewiesen
solange die Kinder selbst noch keinen Beitrag zum Familieneinkommen leisten
konnten. Daraus entwickelte sich eine gewisse „Solidarität des Alltags“[27].
Dieser Familientyp war jedoch nur ein Übergangsphänomen der großstädtischen
Arbeiterschaft. Mit der Entwicklung des Einkommens in den 20er Jahren ging die
Offenheit für familienfremde Personen trotz der nur geringen materiellen
Verbesserungen immer mehr zurück.
Im Laufe der Zeit rückte die Lebensweise der bürgerlichen Familien
immer näher und die traditionellen „klassen- und schichtspezifischen
Konsummuster“ begannen aufzuweichen, so setzte sich beispielsweise der Trend
einer ‚abgeschlossenen‘, strikt von der Nachbarschaft getrennten Wohnung durch.
Ein weiterer Privatisierungsschub setzte nach dem zweiten Weltkrieg
ein. Der allgemeine Lebensstandard stieg und auch der familiengerechte
Sozialwohnungsbau. Zunächst „blieb aber das „Grundübel“ des Arbeiterwohnens
erhalten: die hohe Wohndichte [...] bei einer relativ großen Familie.“ [28]
Die Anzahl der Kinder in Arbeiterhaushalten sank aufgrund der
möglich gewordenen Familienplanung. Seit den sechziger Jahren kam es in dieser
Hinsicht zu einer Angleichung zwischen verschiedenen Berufsstellungsgruppen. Im
Jahre 1987 hatten Beamten-, Angestellten- und Arbeiterfamilien mit Ehefrauen im
Alter von 35-45 Jahren im Durchschnitt 1-2 Kinder. Aufgrund verminderter
räumlicher Mobilität blieben die verwandtschaftlichen Bindungen bestehen, auf
die in Notsituationen zurückgegriffen werden konnte.[29]
Vor allem unter den jüngeren Arbeitern zeichnete sich immer mehr
die Wertschätzung des Privatlebens innerhalb der Kleinfamilie ab, was als
Anpassung an bürgerliche Privatheitsvorstellungen interpretiert werden könnte.
Eine andere Deutung ist die, daß aufgrund eigener Entbehrungen in Kindheit und
Jugend, der Wunsch ein privat-familiäres Leben verwirklichen zu können, enorm
wichtig war und ist. Das traditionelle Denkschema der Erziehung, daß die ‚Kinder
es einmal besser haben sollen‘ gilt auch heute noch.
Die ‚Solidarität‘ galt von jeher als besonderes Merkmal der Arbeiterschaft.
Sie war mit den Bedingungen der beruflichen und materiellen Lebenslagen der
Arbeiter zu Beginn der Industrialisierung verbunden. Diesem Solidaritätsbegriff
steht im 20.Jahrhundert die zunehmende Individualisierung gegenüber, d.h. die
individuelle Leistung tritt allmählich die Stelle der gemeinschaftlichen Arbeit
und individuelle Interessen lösen den Gedanken des gemeinschaftlichen
Überlebens ab. Mit der allgemeinen Anhebung des Lebensstandards in den 50er und
60er Jahren, der auch große Teile der Arbeiterschaft erfaßte, werden die
Grenzen zu den ,bürgerlichen Schichten‘ fließender, so daß für die Arbeiter ein
,Gestaltungsspielraum‘ in den verschiedenen Lebensbereichen entsteht. Der
Prozeß der Annäherung an Verhaltensweisen und Denkmodelle der bürgerlichen
Schichten, weg von der nur auf das Überleben gerichteten Organisation des
Alltags, wird Verbürgerlichung genannt.
Diese Bezeichnung gab Anlaß zu mehrfachen Diskussionen[31].
Für die heutige Zeit ist diese These unpassend, da die gesellschaftlichen Kategorien
‚Arbeiter‘ und ‚Bürger‘ kaum noch zu unterscheiden sind.
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß das kollektive Arbeiterbewußtsein
mehr und mehr schwindet. ZOLL spricht in diesem Zusammenhang von einem „Wandel
der Arbeitersolidarität zur Alltagssolidarität“. [32]
Abschließend soll noch kurz auf die Wandlung des Arbeitermilieus
eingegangen werden, wobei auf eine Auseinandersetzung mit dem Milieubegriff an
dieser Stelle verzichtet wird, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen.
Die Milieuforschung der 80er Jahre zeigt, daß 20% der Bevölkerung
dem Arbeitermilieu zugeordnet werden, wovon die eine Hälfte dem
traditionslosen, die andere dem traditionellen Milieu angehört.
Bei der Betrachtung des Milieuwandels von Arbeitern dürfen die
„Mikromilieus“ nicht außer acht gelassen werden. „Hier wird ein enger
Kommunikationszusammenhang aufgrund räumlicher Nähe als konstitutiv für die
Milieugruppierung vorrausgesetzt.“[33]
Für die Konstituierung eines Arbeiterbewußtseins spielten Stadtviertelmilieus
eine nicht zu unterschätzende Rolle. Dem Arbeiter vermittelten sie außerhalb
des Betriebes ein Wir-Gefühl. Hier hatten sie die Möglichkeit, ihre kulturelle Dominanz zum Ausdruck zu
bringen und Gelegenheit zu Kontakt und Unterstützung im Alltag.
Den
Flächensanierungen der 60er Jahre fielen vor allen die alten Arbeiterviertel
zum Opfer. Der Großteil der Arbeiterschaft wohnte seitdem nicht mehr in
proletarischen Milieus. Durch erhöhte Mobilität fand auch zwischen ländlichen
und städtisch lokalen Milieus ein Annäherungsprozeß statt.
Die
klassische Form eines Arbeitermilieus existiert heute ansatzweise nur noch im
Ruhrgebiet, wobei auch neue proletarische Submilieus entstanden sind, z.B.
durch die Gastarbeiter der 60er und 70er Jahre und die Aus- und Umsiedler der
neusten Zeit.
Die vorliegende Arbeit hat gezeigt, daß sich die Lebenssituation
der Arbeiter seit der Entstehung der Arbeiterkultur enorm gewandelt hat. Die
allgemeine Anhebung des Lebensstandards, die Verkürzung der Arbeitszeit,
Steigerung des Einkommens, Technisierung des Privathaushaltes etc. tragen zu
einer Veränderung der individuellen kulturellen und materiellen Bedürfnisse der
Arbeiterschaft bei. Durch die individuelle Herausbildung der Lebensstile
änderte sich ebenfalls die Rolle der Familie, des Milieus und des Bewußtseins
der Arbeiterschaft. Das kollektive Arbeiterbewußtsein wird ersetzt durch die
privatisierte Lebenswelt.
Wir sind zu der Ansicht gelangt, daß eine Kultur der Arbeiter zwar
in gewissem Maße heute noch existiert, von einer Politisierung der
Arbeiterschaft jedoch nicht mehr die Rede sein kann. Insofern ist LANGEWIESCHE
zuzustimmen, der betont, daß es auch früher schon Arbeiter gab, die keinem der
beiden großen sozialmoralischen Milieus angehörten und daß diese Gruppe aufgrund
der nachlassenden Bindekraft der Milieus und des Einflusses des Massenkonsums
größer geworden ist.
Bezogen auf das sozialistische Milieu muß konstatiert werden, daß
die Versuche der Traditionalisten um Ollenhauer, die Arbeiterkulturorganisationen
wieder aufzubauen, nach den deprimierenden Erfahrungen des Nationalsozialismus
auch eher schwach waren.
Offen bleibt die Frage, welche ‚spezifischen Merkmale‘ der
heutigen Arbeiterkultur zugeschrieben werden können und damit einhergehend die
Frage, ob und welcher Begriff von Klasse heute noch Sinn macht. Diese Frage
beantworten wir nicht mehr sondern stellen sie zur Diskussion.
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[1] TENFELDE, Klaus: Ende der Arbeiterkultur- Das Echo auf eine These, in: KASCHUBA, Wolfgang u.a. (Hg.): Arbeiterkultur seit 1945- Ende oder Veränderung ?, Tübingen 1991, S. 19 ff
[2] TENFELDE, K., a.a.O., S. 22
[3] LANGEWIESCHE, Dieter: Arbeiterfreizeitkultur in der Bundesrepublik. Traditionsbrüche und Kontinuitäten, in: KASCHUBA, W. u.a., a.a.O., S. 66
[4] Vgl. GREBING, Helga: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (4. Auflage), München 1973, S. 89
[5] GREBING, H. a.a.O., S. 88
[6] KRAMER, Dieter: Theorien zur historischen Arbeiterkultur, Marburg 1987, S. 313 ff
[7] LEONHARD, Wolfgang: Eurokommunismus, München 1980, S. 198 ff
[8] Vgl. z.B. ALF, Sophie G.: Leitfaden Italien- Vom antifaschistischen Kampf zum historischen Kompromiß, Berlin 1977 oder MORONI, Primo/ BALESTRINI, Nanni: Die goldene Horde, Berlin 1994
[9] GREBING, H., a.a.O., S. 66 f
[10] GREBING, H., a.a.O., S. 94 ff
[11] GUTTSMAN, W. L.: Arbeiterkultur in der Spannung von Systembejahung und Klassenkampf- Das Beispiel der Weimarer Republik, in: LEHMANN, Albrecht: Studien zur Arbeiterkultur, Münster 1984, S. 18 ff
[12] GUTTSMAN, W. L., a.a.O., S. 22 ff
[13] GUTTSMAN, W. L., a.a.O., S. 28
[14] LANGEWIESCHE, D., a.a.O., S. 64 f
[15] LÖSCHE, Peter/ WALTER, Franz: Die SPD. Klassenpartei- Volkspartei- Quotenpartei. Zur Entwicklung der Sozialdemokratie von Weimar bis zur deutschen Vereinigung, Darmstadt 1992, S. 62 ff
[16] GOCH, Stefan: Sozialdemokratische Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur im Ruhrgebiet 1848- 1975- Eine Untersuchung am Beispiel Gelsenkirchen, Düsseldorf 1990, S. 539
[17] LANGEWIESCHE, D., a.a.O., S. 63 f
[18] SCHEERER, Sebastian: Deutschland: Die ausgebürgerte Linke, in: HESS, Henner u.a.: Angriff auf das Herz des Staates Band 1, Frankfurt a.M. 1988, S. 202
[19] HEINE, Hartwig: Betriebliche Konfliktaustragung in der Krise. Ein deutsch- italienischer Vergleich, in: BOGUSLAWSKI, Gerd- Uwe, IRREK, Bodo (Hg.): Ohne Utopien kann der Mensch nicht leben- Beiträge zur Gewerkschaftsarbeit, Göttingen 1985, S. 82 ff
[20] LANGEWIESCHE, D., a.a.O., S. 65 f
[21] Die verwendeten empirischen Daten beziehen sich auf: HERLYN, U. u.a.: Neue Lebensstile in der Arbeiterschaft? Eine empirische Untersuchung in zwei Industriestädten. Opladen 1994. S.11-40. BISCHOFF, J. / MALDANER, K. (Hrsg.): Kulturindustrie und Ideologie. Teil 1. Arbeiterkultur; Theorie des Überbaus; Freizeit; Sport. Hamburg 1980.
[22] Die Ende 1993 in einigen Großbetrieben vorgenommenen Verkürzungen der wöchentlichen Arbeitszeit bleiben an dieser Stelle (wie so vieles) unberücksichtigt.
[23] HERLYN, Ulfert u.a.(Hrsg.): 1994. S.23.
[24] BISCHOFF,
J. / MALDANER, K. (Hrsg.): 1980. S. 204.
[25] HERLYN, U. u.a.: 1994. S.25.
[26] HERLYN, U. u.a.: 1994. S.26.
[27] vgl. ROSENBAUM, Heidi: Formen der Familie. Frankfurt am Main 1996. 435f.
[28] MOOSER,
Josef. Arbeiterleben in Deutschland. 1900-1970. Klassenlagen, Kultur und
Politik. Frankfurt am Main 1985. S.146.
[29]
vgl dazu auch: FRIED, Marc: The world of the Urban Working Class. Cambridge,
Massachusetts 1973. S. 94-151.
[30] HERLYN, U. u.a.: Opladen 1994.
S.31.
[31] vgl. ebd. S.32.
[32] ebd.: S.32.
[33] ebd.: S.29.