Arbeiterkultur

Einleitung

Seit einigen Jahren ist es sehr still geworden um die Arbeiter- und Arbeiterkulturforschung. Teilweise wird eine Beschäftigung mit Arbeiterkultur abgelehnt, weil es so etwas klar Abgrenzbares in der heutigen Zeit gar nicht mehr gäbe. Wir beschäftigen uns deshalb mit den Gründen für das Verschwinden oder die Transformation der Arbeiterkultur in Deutschland, indem wir versuchen, die Entwicklung der Arbeiterkultur von ihren Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des 20. Jh. zu dokumentieren.

Bei der Beschäftigung mit „Arbeiterkultur“ stößt man schnell auf eine Reihe von Problemen, auf die hier einleitend eingegangen werden muß. Schon ein flüchtiger Überblick über die erschlagende Fülle an Literatur bringt eine ungeheure Vielfalt an Diversifikationen und Spezialisierungen des Themas. Eine erste Spaltung „der“ Arbeiterkultur erfolgt entlang nationalstaatlicher Grenzen; die Spezialisierung geht oft auch weit darüber hinaus und bringt Arbeiten zur Arbeiterkultur in bestimmten Regionen oder einzelnen Städten hervor. Darüber hinaus sind quasi alle Forschungsarbeiten auf einen meist sehr engen Zeitraum begrenzt; wobei für Deutschland überwiegend Arbeiten über die Arbeiterkultur in der Kaiserzeit und der Weimarer Republik vorliegen. In dem Jahrzehnt vom Ende der 1960‘er Jahre bis Ende der 70‘er Jahre hat es mit der Renaissance des Marxismus auch noch einmal eine verstärkte Beschäftigung mit der Arbeiterbewegung gegeben, die durch einen Streit zwischen Strukturalisten und Kulturalisten geprägt war und die mit dem Ende des Fordismus abebbte. In der postfordistischen Gesellschaft hat die Beschäftigung mit diesem Thema –wie angedeutet- historischen Charakter und man läuft Gefahr, sich den Vorwurf der romantisierenden Darstellung einzuhandeln.[1]

Weitere Probleme ergeben sich bei der erkennbaren Auffächerung des Forschungsgegenstandes, der z.T. aus unterschiedlichen Definitionen von „Arbeiterkultur“ herrührt. So gibt es unzählige Arbeiten zu jedem einzelnen Wirklichkeitsbereich, von denen TENFELDE mit Arbeitsplatz, Familie, kommunaler Umwelt und organisierter Arbeiterbewegung nur die wichtigsten nennt.[2] Hierzu ist allerdings auch anzumerken, daß die Sphäre des Arbeitsplatzes von den allermeisten Autoren als nicht hinreichend beeinflußbar angesehen wird und Arbeiterkultur insofern in erster Linie Freizeitkultur ist.[3] Wir schließen uns dieser Meinung an und befassen uns in dieser Arbeit vorrangig mit der kulturellen Gestaltung der Arbeiterfreizeit.

Schließlich ist auch die Betrachtung der Arbeiterklasse als einer homogenen Gruppe aufgrund der starken Binnendifferenzierung entlang von Branchenunterschieden, Qualifikationsgrad, Geschlecht und vor allem auch Konfession nicht möglich. Die vorhandene Literatur bietet schwerpunktmäßig Studien zur sozialistischen Arbeiterkultur, seltener zur – durchaus relevanten – katholischen Arbeiterbewegung. Für unsere Fragestellung nach den Gründen für das Verschwinden oder die Transformation der Arbeiterkultur nach 1945 ist der weltanschauliche Unterschied zweitrangig, da die meisten von uns im folgenden darzustellenden Punkte für das sozialistische wie das katholische Milieu gleichermaßen gelten.

 

Theoretische Annäherung an den Arbeiterkulturbegriff

Für marxistische Theoretiker ist die kapitalistische Gesellschaft geprägt durch den Gegensatz von Lohnarbeit und Kapital. Dieser Gegensatz sei aufgrund seines antagonistischen Charakters der Hauptwiderspruch, der in der bestehenden bürgerlichen Gesellschaft nicht aufzulösen sei. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit der Arbeiter setze die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise voraus. Entsprechend galt der Staat für Marx allein als „bürokratisch gezimmerter, polizeilich gehüteter Militärdespotismus“[4] und Repressionsinstrument der herrschenden (bürgerlichen) Klasse- eine Analyse, die für den wilhelminischen Staat in der Zeit der Sozialistengesetze eine gewisse Berechtigung haben dürfte, wenn auch führende Sozialdemokraten wie Lasalle, Liebknecht oder Bebel durchaus positive Funktionen des Staates erkannten.[5]

 

Der italienische Kommunist Antonio Gramsci untersuchte gesellschaftliche Umstürze und bemerkte, daß diese allein mit ökonomischen Parametern nicht zu erklären waren. Entsprechend war für ihn ökonomischer Wohlstand nur partieller Aspekt im Kräfteverhältnis der beiden gesellschaftlichen Hauptklassen. Aus dieser Einsicht leitete Gramsci eine von Marx und Engels unterschiedliche Staatstheorie ab. Für ihn bestand der staatliche Überbau aus zwei Ebenen: Erstens gäbe es die bürgerliche Gesellschaft, die durch Vereine und Organisationen vermittelt sei und die durch ihre Einrichtungen maßgeblich zur sozialen Sicherung beitrügen; die zweite Ebene umfasse den traditionellen Herrschaftsapparat, der das Gewaltmonopol ausübe. Neben dessen Ausübung basiere die Herrschaft also auch auf Integration und Anpassung der Arbeiterklasse. Diese Vermittlungsaufgabe würde durch das bürgerliche Organisations- und Vereinswesen gewährleistet und sichere somit der herrschenden Klasse die hegemoniale gesellschaftliche Stellung.

Diese „Kasematten bürgerlicher Herrschaft“ könnten nicht durch einen Putsch wie der Russischen Oktoberrevolution zerstört werden, sondern müßten in einem langandauernden „Stellungskrieg“ erobert werden, um eine Hegemonie der Arbeiterklasse zu erreichen.[6]

Diese These führte zur Herausbildung einer vom sowjetischen Revolutionsdogma unterschiedlichen Auffassung vom Übergang zum Sozialismus, die mit dem Begriff Eurokommunismus bezeichnet wurde und nach 1945 die Politik insbesondere des italienischen PCI beeinflußte.[7] In keinem anderen westeuropäischen Land erlangte die kommunistische Arbeiterkultur eine solche Verbreitung wie in Italien. Da eine explizite Darstellung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, muß hier auf weiterführende Literatur verwiesen werden.[8]

In Deutschland ist die Hochzeit der sozialistischen Arbeiterkultur in der Weimarer Zeit zu verorten. Deshalb soll ein kurzer historischer Abriß nun einen Überblick über die Geschichte und Entwicklung der deutschen Arbeiterbewegung und der Arbeiterkultur vermitteln.

 

Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung

Der Beginn der Arbeiterbewegung ist nicht exakt zu terminieren. GREBING wählt mit 1848 das Erscheinungsjahr des Kommunistischen Manifests, auch wenn die Industrialisierung in Deutschland erst zwischen 1850 und 1870 intensiviert wird. Obwohl das Arbeiterleben zu dieser Zeit von extremer Verelendung gekennzeichnet ist, entwickelt sich erst 1863 mit dem ADAV ein Versuch der Organisation der Arbeiterklasse, der zunächst nur sehr bescheidene Erfolge zeitigt. Erst im fünften Anlauf gelingt es 1877, den ersten sozialdemokratischen Abgeordneten bei den Reichstagswahlen durchzubringen.

Auch die ersten gewerkschaftlichen Zusammenschlüsse sind nicht von Klassenkampfeslust beseelt sondern dienen vorrangig der Wahrung ständischer Interessen. Die ersten Arbeiterbildungsvereine aus dieser Zeit zogen ihre Akzeptanz ebenfalls aus der erhofften Möglichkeit  des sozialen Aufstiegs und weniger aus der Entwicklung von Klassenbewußtsein.[9] Die Theorien von Marx u.a. waren den Arbeitern um 1870 jedenfalls weitgehend unbekannt.

Wachsenden Einfluß auf die Arbeiter bekamen die 1875 zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands zusammengeschlossenen Sozialdemokraten paradoxerweise erst durch das Verbot der Partei im Zuge der Bismarckschen Sozialistengesetze (1878 bis 1890). Bismarck versuchte, die Sozialdemokraten durch ein beispielhaftes Netz an Sozialversicherungen von den  Arbeitern zu isolieren, was gründlich mißlang. Vielmehr beförderte die starke Segregation in Wohnvierteln und das Verbot der Partei die Konstitution eines sozialistischen Milieus. Der um 1880 einsetzende und – mit Unterbrechungen- bis zum ersten Weltkrieg anhaltende Wirtschaftsaufschwung führte zu einer Verdopplung der Industriearbeiterschaft, beseitigte Arbeitslosigkeit und brachte Spielraum für steigende Löhne und den Ausbau des Arbeitsschutzes sowie der Sozialgesetzgebung, schaffte also die Möglichkeiten zur Etablierung eines- wenn auch sehr bescheidenen- Freizeitsektors.[10]

Auch wenn die Verbesserungen gerade das Leben am Existenzminimum sicherten, noch immer erbärmliche Wohnverhältnisse herrschten und die Frauen in der Regel mitarbeiten mußten, um die Kinder ernähren zu können, ein Familienleben im bürgerlichen oder bäuerlichen Sinne also kaum möglich war, kam es um die Jahrhundertwende zu einer massiven Ausdehnung des sozialdemokratischen Kultursektors.

Dem genuin bürgerlichen Vereinswesen wurden in nahezu allen Bereichen Arbeitervereine entgegengesetzt. So gab es neben den Arbeitersportverbänden, dem Sängerbund und den Naturfreunden, die 1892 gegründet wurden, bald auch Frauen- und Arbeiterjugendgruppen, die aber entsprechend des von Kautsky und Bernstein formulierten Erfurter Programmes der SPD von 1891 keinen revolutionären Charakter hatten sondern in erster Linie proletarisches Gemeinschaftsgefühl stifteten.

Erst der Weimarer Kultursozialismus entfaltete den antagonistischen Charakter der Arbeiterkultur in der Schaffung des „neuen Menschen“.

 

Arbeiterkultur in der Weimarer Republik

Entgegen den Gemeinschaftsgefühl fördernden Kulturorganisationen der Arbeiterbewegung im Kaiserreich betont GUTTSMANN die erzieherische Aufgabe der „Vorfeldorganisationen“ der SPD in der Weimarer Republik.[11] Eine wichtige Rolle spielte dabei der 1925 gegründete Sozialistische Kulturbund, der mit der SPD Freizeit- und Bildungsveranstaltungen organisierte und dadurch die sozialistische Persönlichkeit schaffen und Klassensolidarität festigen wollte.

Die Freizeitveranstaltungen sollten helfen, die breite Masse der Arbeiter von der geistigen Welt des Kapitalismus fernzuhalten und einen Ausgleich für den abstumpfenden Arbeitsalltag zu schaffen. So dienten die Ferien- und Wanderheime der Naturfreundebewegung als Antwort auf die Erholungsbedürfnisse nach dem Arbeitstag, der Arbeitersport setzte verstärkt auf den Familiensport im Gegensatz zum bürgerlichen Leistungssport. Theater und Kunst dienten einerseits als Gegengewicht zu den schädigenden Einflüssen des monotonen Arbeiterlebens, andererseits gab es auch Versuche der ideologischen Ausrichtung von Kunst (politisches Theater). Im Bereich der Religion versuchten die sozialistischen Kulturorganisationen schließlich durch „Proletarische Feierstunden“ und Jugendweihen Ersatz für christliche Kulturrituale anzubieten.[12]

Neu an den Arbeiterfreizeitveranstaltungen war also der Versuch, sie zu Katalysatoren für die Gestaltung des neuen Menschen zu machen.[13] LANGEWIESCHE beschreibt den „homo socialisticus“ als Partei- und Gewerkschaftsmitglied, der nach Feierabend das Parteiorgan las, in der Freizeit mit der ganzen Familie an Naturfreunde- Wanderungen teilnahm, seinen Urlaub über eine sozialistische Reiseagentur plante, Bücher in sozialdemokratischen Büchereien entlieh, die es auch in den kleinsten Orten gab, Lebensmittel in einer milieuverbundenen Konsumgenossenschaft einkaufte und bei der Volksfürsorge versichert war.[14]

LÖSCHE und WALTER betonen die Zwangsläufigkeit der Abschottung sozialer Milieus in der fragmentierten politischen Kultur der Weimarer Republik als funktionalen Aspekt zur Konstitution von Solidargemeinschaften.[15] Diese Fragmentierung in sich bekämpfende soziale Milieus ist in der Bundesrepublik nach 1945 zweifellos nicht mehr gegeben.

 

Die Erosion des sozialistischen Milieus

Wir wenden uns nun der Frage zu, wie es zu der Erosion der sozialistischen Arbeiterkultur und ihrer Organisationen kommen konnte.

Eine erste Antwort liegt unmittelbar auf der Hand: Der Nationalsozialismus hat die Arbeiterkulturorganisationen wie die Parteien und Gewerkschaften schon unmittelbar nach der Machtübergabe an Hitler wirkungsvoll zerschlagen. Sozialdemokraten und Kommunisten waren enormer Repression ausgesetzt, so daß unter der Nazi- Herrschaft an die Ausübung sozialistischen Kulturlebens nicht zu denken war. Im günstigsten Fall „überwinterten“ die sozialdemokratischen Aktivisten bis 1945, wie Stefan GOCH es in seiner Studie über Arbeiterkultur in Gelsenkirchen konstatiert.[16] In vielen Fällen fehlte nach dem Ende des Nationalsozialismus aber auch das Personal, um die verschiedenen Organisationen wieder aufzubauen, denn viele Protagonisten der alten Arbeiterbewegung waren tot oder setzten ihre Hoffnungen auf den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetischen Besatzungszone.

Man darf auch die psychologische Wirkung des Mißbrauchs, den die Nazis mit den Symbolen der Arbeiterbewegung trieben, nicht unterschätzen.

 

Arbeiterkultur in der Bundesrepublik

In der Bundesrepublik vertraten die Arbeiterorganisationen nach 1945 kaum noch klar umrissene Klassenpositionen und führten keinen Kampf mehr um die Freizeit ihrer Mitglieder oder Anhänger.[17] Nur in industriellen Ballungsgebieten wie dem Ruhrgebiet oder (später) dem Saarland gelang es, wieder ein dichtes Netz an gegenkulturellen  Vereinen und Organisationen zu knüpfen. Ansonsten gelang es der Adenauer- Regierung, die Arbeiterorganisationen und die Arbeiter durch Teilhabe am materiellen Wohlstand in das kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zu integrieren. Schließlich verloren die Arbeiter auch den Grund, sich in ihrem eigenen Milieu abzukapseln, denn ihre ökonomischen Forderungen wurden nun als legitim angesehen. SCHEERER bezeichnet die Einbindung der Arbeiterklasse als Kooptation in einen korporativen Rahmen[18], die sich z. B. in der Mitverantwortung der Arbeitervertretungen für das Betriebswohl äußert. So wurde in der Bundesrepublik ein auf Konsens basierendes System betrieblicher Konfliktaustragung etabliert, das der Arbeiterklasse zwar nicht solche spektakulären Erfolge wie z.B. in Italien ermöglicht, dafür aber auch in Krisenzeiten eine Sicherung des bis dahin errungenen Wohlstands garantiert.[19]

 

Die Massenmedien

Mit der Durchsetzung der Massenmedien Rundfunk und Fernsehen in den 50‘er Jahren offenbarte sich die Unfähigkeit beider sozialmoralischer Milieus, die Freizeit ihrer Mitglieder – dort wo sie es noch versuchten- weiterhin zu durchdringen und die Freizeitorganisationen erhielten mehr und mehr den Status von „Beratungs- und Konsumentenorganisationen“.[20]

Ein weiterer Grund für die Erosion der weltanschaulich-gebundenen Freizeitorganisationen ist in der enormen Veränderung der materiellen Lage der Arbeiterklasse und den erweiterten Freizeitmöglichkeiten zu suchen. Diese Veränderungen sollen nun überblicksartig dargestellt werden.

 

Empirische Daten zur Sozialstruktur der Arbeiterklasse nach 1945[21]

 

Entwicklung der Arbeitszeit

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrug die wöchentliche Arbeitszeit der Arbeiter in Deutschland zwischen 60 und 90 Stunden. Die Durchsetzung des 8-Stundentages für die Mehrheit der Lohnabhängigen gelang erst nach dem zweiten Weltkrieg. Die tarifliche Wochenarbeitszeit sank von 48 Stunden im Jahre 1950 auf rund 39 Stunden im Jahr 1990.[22] Der Urlaubsanspruch stieg in demselben Zeitraum von 12 auf 31 Tage. Betrachtet man die jährliche Arbeitszeit je Arbeitnehmer ergibt sich für die Zeit von 1960-1975 eine Reduzierung der Jahresarbeitszeit um 332 Stunden.

Nicht zu vergessen sei allerdings die Schichtarbeit, sowie die Arbeit an Sonn- und Feiertagen, die, trotz der genannten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, enorme Unregelmäßigkeiten im Arbeits- und Lebensprozeß für die Lohnabhängigen bedeuten. Außerdem sind Überstunden nach wie vor üblich. Nach aktuellen Schätzungen leisteten die Arbeitnehmer im Jahr 2000 zwischen 1,8 und 1,9 Milliarden bezahlte Überstunden.

Neben der Betrachtung der täglichen wöchentlichen oder jährlichen Arbeitszeit ist auch die Entwicklung der Lebensarbeitszeit zu berücksichtigen. Durch die Einführung des 9. Pflichtschuljahres im Jahr 1960, ergibt sich eine Verlängerung der Ausbildungszeit, die einen entsprechend späteren Eintritt in das Erwerbsleben zur Konsequenz hat, was demnach eine Verkürzung der Lebensarbeitszeit bedeutet.

Heute steht allerdings eher das Problem des Lehrstellenmangels im Vordergrund als der Genuß verbesserter Ausbildungsbedingungen, in welchen auch nur die jüngeren Jahrgänge der gesamten arbeitenden Bevölkerung gekommen sind.

Der zweite Aspekt bezüglich der Entwicklung der Lebensarbeitszeit ist der Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitslebens. Seit 1975 nimmt die Anzahl der Arbeiter, die nach ihrem 65. Lebensjahr in Rente gehen, rapide ab. Das durchschnittliche Alter bei Beendigung Erwerbstätigkeit liegt zwischen 60 und 64 Jahren. Hinzuweisen ist auch auf die Wandlungen im Arbeitsbereich, die eine frühe Vernutzung der Arbeitskraft verhindern.

 

Entwicklung des Einkommens

Mit der Tendenz zu einer Verringerung der Arbeitszeit ist eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung und Entfaltung der Individuen gelegt. Es stellt sich nun die Frage, ob diese Individuen auch die notwendigen Geldmittel zur Verfügung haben, um ihre Freizeit ihren Bedürfnissen entsprechend zu gestalten.

Das Einkommen der Arbeiter bewegte sich über lange Zeiten am Rande des Existenzminimums. Erst mit der Anhebung der Löhne seit den 50er Jahren verbesserte sich ihre Lebenslage. Die Lohnabhängigen haben die Möglichkeit über ihren Lohn hinaus Sozialleistungen, wie Kindergeld, Sozialhilfe, BAFöG, Wohngeld etc. zu beziehen. Interessant ist vor allem das ausgabefähige Einkommen, da sich nur in dieser Größe das wirklich der Familie zur Verfügung stehende Geld ausdrückt. Dieses Einkommen hat sich von 1965 bis 1978 für den Durchschnittshaushalt nahezu verdreifacht

Parallel zu der Einkommenssteigerung verbreiteten sich nach 1945 auch in Arbeiterhaushalten langlebige Konsumgüter. Das Auto stand dabei an erster Stelle. Diese nachholende Entwicklung fand auch im Wohnbereich statt, die Standards an Größe und Ausstattung anderer Berufsgruppen konnten allerdings nicht erreicht werden. Im Jahre 1990 stand dem Bruttojahresverdienst der Angestellten von ca. 60.000 DM ein solches der Arbeiter von ca. 46.000 DM gegenüber. Demnach müssen alle Arbeiterschichten mit einem unterdurchschnittlichem Einkommen auskommen.

Die Haus- und Wohnungsbesitzer unter den Arbeiterfamilien steigerten sich von 6% im Jahre 1950 auf 39% im Jahre 1977. Die Wohneigentumsquote ist seitdem relativ konstant geblieben.

 

Bildung

Wer heute als ArbeiterIn beschäftigt ist, hat für gewöhnlich nicht an der Bildungsexpansion teilgenommen. In den 50er Jahren hatten in der Regel ca.80% der Arbeiter die Volks- bzw. Sonderschule besucht. Die Zahl hat sich bis heute nur unwesentlich verändert.

Bedeutend geändert hat sich die Bildungspartizipation der Kinder aus Arbeiterhaushalten: der Anteil der Arbeiterkinder, die Gymnasien besuchen, ist von 5,6% im Jahre 1972 auf 9% im Jahre 1989 gestiegen. Nach dem Besuch von weiterführenden Schulen nehmen sie aber meistens einen Job an, „der sie aus der Arbeiterschaft gleichsam ‚herausdefiniert‘. Diese defizitäre Schulbildung verhindert nicht die Individualisierungsprozesse in der Arbeiterschaft, „wohl aber erschwert sie die Entwicklung ganz bestimmter bildungsbürgerlicher, ‚intellektuell‘ geprägter reflexiver Lebensstile.“[23]

Die Vermutung liegt demnach nahe, daß die Individualisierungsprozesse in der Arbeiterschaft auf einem anderen kulturellen Niveau oder anderen Feldern abgelaufen sind und ablaufen werden.

 

Freizeit und Freizeitausgaben

Mit der Zunahme des ausgabefähigen Einkommens, den gewachsenen Bedürfnissen der Lohnabhängigen und der Ausdehnung der frei verfügbaren Zeit, hat die Freizeit und die Ausgaben für diesen Bereich an Bedeutung zugenommen.

Arbeiter und Angestellte unterscheiden sich hinsichtlich des reinen zeitlichen Umfangs an freier Zeit nicht nennenswert von anderen abhängig Beschäftigten, wobei die Lebensbedingungen von Schichtarbeitern eine Sonderstellung einnehmen.

Ein Teil des ausgabefähigen Einkommens der Arbeiter, welches den Familien nach Abzug aller Ausgaben für die notwendige Reproduktion zur Verfügung steht, ist für die Ausgaben im Freizeitbereich gedacht.

Aufgrunde der Ausweitung der Arbeitsteilung im Laufe der Entwicklung der Produktivkräfte kommt es zu deutlichen Änderungen der Konsumgewohnheiten und -möglichkeiten der arbeitenden und lohnabhängigen Klasse. So führt die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion „zur Herstellung völlig neuer Gebrauchswerte auf der einen Seite und zur Transformation von ehemaligen Luxusbedürfnissen auf der anderen.“[24]

Die wirkliche Freizeit teilen die Mitglieder der Arbeiterklasse angeblich in zwei Hauptblöcke: einerseits in den Medienkonsum andererseits in die große Bandbreite bestimmter Freizeitaktivitäten. Dabei handelt es sich vor allem um aktive oder passive sportliche Betätigung in Vereinen. Außerdem spielt das Hobby-Werken als Freizeitbetätigung eine wachsende Rolle.

Unter Aufwendungen für den Freizeitkonsum fallen Aufwendungen für Urlaubsreisen, für die private Nutzung des Kfz in der Freizeit und für Freizeitgüter wie Medien, Sport und Camping, Gartenpflege, Tierhaltung etc.

 

Technisierung der Haushalte

Eine nicht unerhebliche Rolle für den Individualisierungsprozeß der Arbeiterklasse spielt die Entwicklung der Technik im weitesten Sinne. Für die lohnabhängigen Arbeiter und Angestellten bedeutet die zunehmende Ausstattung mit langlebigen Gebrauchsgütern zur Haushaltsführung eine Vereinfachung der notwendigen häuslichen Tätigkeiten. Gleichzeitig vergrößert sich auf diese Weise die frei zur Verfügung stehende Zeit.

In der Literatur wird die These aufgeworfen, daß höhere Bildungsschichten ;Kultur‘ als Statussymbolisierung heranziehen würden und sich eine gewisse ‚Technikfeindlichkeit’ ‚gut mache‘, während es in der Arbeiterschaft eher anders herum sei: Die Technikaffinität und Kompetenz im Umgang mit Werkzeugen und Maschinen, die aus den Produktionsprozeß hervorgehe, und „die daraus resultiernde größere Bedienungsgeschicklichkeit oder technische Handwerklichkeit [...] legen der Arbeiterschaft die Handhabung technischer Artefakte als Distinktionsmittel zumindest nahe.“[25]

 

Erwerbstätigkeit von Frauen

Für die meisten Arbeiterfrauen, die Geld dazu verdienen mußten, gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts neben der Fabrikarbeit kaum Alternativen außer Heimarbeit, was aber noch geringeren Verdienst, längere Arbeitszeiten und unstetige Auftragslage bedeutete.

Insgesamt betrachtet hat sich schon von 1950-1965 der Anteil der erwerbstätigen Ehefrauen bei Arbeitern mehr als verdoppelt.

Arbeiterhaushalte können heute weitestgehend nicht mehr als solche bezeichnet werden, da nur etwa die Hälfte aller Ehefrauen von Arbeitern ebenfalls im Arbeiterstatus beschäftigt sind. Dieser Trend ist in jungen Ehen noch ausgeprägter: Ist der Ehemann als Arbeiter tätig, so ist die ebenfalls erwerbstätige Ehefrau sogar überwiegend (84 %) im Angestellten–bzw. Beamtenberuf tätig.

Was die Berufsstellung anbelangt sind die Arbeiterhaushalte also mehr als in anderen Schichten ‚gemischt‘. Dieser Aspekt könnte zu einer Herauslösung aus der traditionellen Arbeiterkultur in der Familie führen.

 

Wandel der traditionellen Arbeiterkultur in der Familie

Für den Lohnarbeiter bildet die Familie den zentralen Wert in der Lebensführung: „Für sie wird gearbeitet, für sie ein Eigenheim erschuftet und die Wohnung ausgestattet, sie gibt dem Leben Sinn und mit ihr will man in der Freizeit beisammen sein.“[26]

Typisch für das Familienleben der Arbeiterschaft der ersten Generation war eine sogenannte „halboffene Familienstruktur“. Die Aufnahme von Untermietern, Schlafgängern oder Pflegekindern, die hohe Quote der Teilwohnungen und das enge Zusammenleben im Mietshaus ließen wenig Platz für eine ungestörte Privatsphähre. Diese Situation war aufgrund schlechter Wohnbedingungen und als Überlebensstrategie allerdings zwingend notwendig.

Die Berufsgruppe der Arbeiterschaft wies die höchste Kinderzahl auf. Aus diesem Grund waren die Familien häufig auf Hilfeleistungen angewiesen solange die Kinder selbst noch keinen Beitrag zum Familieneinkommen leisten konnten. Daraus entwickelte sich eine gewisse „Solidarität des Alltags“[27]. Dieser Familientyp war jedoch nur ein Übergangsphänomen der großstädtischen Arbeiterschaft. Mit der Entwicklung des Einkommens in den 20er Jahren ging die Offenheit für familienfremde Personen trotz der nur geringen materiellen Verbesserungen immer mehr zurück.

Im Laufe der Zeit rückte die Lebensweise der bürgerlichen Familien immer näher und die traditionellen „klassen- und schichtspezifischen Konsummuster“ begannen aufzuweichen, so setzte sich beispielsweise der Trend einer ‚abgeschlossenen‘, strikt von der Nachbarschaft getrennten Wohnung durch.

Ein weiterer Privatisierungsschub setzte nach dem zweiten Weltkrieg ein. Der allgemeine Lebensstandard stieg und auch der familiengerechte Sozialwohnungsbau. Zunächst „blieb aber das „Grundübel“ des Arbeiterwohnens erhalten: die hohe Wohndichte [...] bei einer relativ großen Familie.“ [28]

Die Anzahl der Kinder in Arbeiterhaushalten sank aufgrund der möglich gewordenen Familienplanung. Seit den sechziger Jahren kam es in dieser Hinsicht zu einer Angleichung zwischen verschiedenen Berufsstellungsgruppen. Im Jahre 1987 hatten Beamten-, Angestellten- und Arbeiterfamilien mit Ehefrauen im Alter von 35-45 Jahren im Durchschnitt 1-2 Kinder. Aufgrund verminderter räumlicher Mobilität blieben die verwandtschaftlichen Bindungen bestehen, auf die in Notsituationen zurückgegriffen werden konnte.[29]

Vor allem unter den jüngeren Arbeitern zeichnete sich immer mehr die Wertschätzung des Privatlebens innerhalb der Kleinfamilie ab, was als Anpassung an bürgerliche Privatheitsvorstellungen interpretiert werden könnte. Eine andere Deutung ist die, daß aufgrund eigener Entbehrungen in Kindheit und Jugend, der Wunsch ein privat-familiäres Leben verwirklichen zu können, enorm wichtig war und ist. Das traditionelle Denkschema der Erziehung, daß die ‚Kinder es einmal besser haben sollen‘ gilt auch heute noch.

 

Entwicklung des Arbeiterbewußtseins

Die Frage ist, ob von einem Arbeiterbewußtsein noch gesprochen werden kann. Durch den Einfluß der Arbeiterbewegung wurde dem Arbeiter „das Bewußtsein von der Diskrepanz seiner relativ ohnmächtigen Position und dem gesellschaftlichen Reichtum, den er selbst mit herstellt“[30] vermittelt. Weite Teile der Arbeiterschaft haben daraufhin Ansprüche auf ein besseres Leben entwickelt, die sich individuell nicht realisieren ließen.

Die ‚Solidarität‘ galt von jeher als besonderes Merkmal der Arbeiterschaft. Sie war mit den Bedingungen der beruflichen und materiellen Lebenslagen der Arbeiter zu Beginn der Industrialisierung verbunden. Diesem Solidaritätsbegriff steht im 20.Jahrhundert die zunehmende Individualisierung gegenüber, d.h. die individuelle Leistung tritt allmählich die Stelle der gemeinschaftlichen Arbeit und individuelle Interessen lösen den Gedanken des gemeinschaftlichen Überlebens ab. Mit der allgemeinen Anhebung des Lebensstandards in den 50er und 60er Jahren, der auch große Teile der Arbeiterschaft erfaßte, werden die Grenzen zu den ,bürgerlichen Schichten‘ fließender, so daß für die Arbeiter ein ,Gestaltungsspielraum‘ in den verschiedenen Lebensbereichen entsteht. Der Prozeß der Annäherung an Verhaltensweisen und Denkmodelle der bürgerlichen Schichten, weg von der nur auf das Überleben gerichteten Organisation des Alltags, wird Verbürgerlichung genannt. Diese Bezeichnung gab Anlaß zu mehrfachen Diskussionen[31]. Für die heutige Zeit ist diese These unpassend, da die gesellschaftlichen Kategorien ‚Arbeiter‘ und ‚Bürger‘ kaum noch zu unterscheiden sind.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß das kollektive Arbeiterbewußtsein mehr und mehr schwindet. ZOLL spricht in diesem Zusammenhang von einem „Wandel der Arbeitersolidarität zur Alltagssolidarität“. [32]

 

Entwicklung des Arbeitermilieus

Abschließend soll noch kurz auf die Wandlung des Arbeitermilieus eingegangen werden, wobei auf eine Auseinandersetzung mit dem Milieubegriff an dieser Stelle verzichtet wird, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen.

Die Milieuforschung der 80er Jahre zeigt, daß 20% der Bevölkerung dem Arbeitermilieu zugeordnet werden, wovon die eine Hälfte dem traditionslosen, die andere dem traditionellen Milieu angehört.

Bei der Betrachtung des Milieuwandels von Arbeitern dürfen die „Mikromilieus“ nicht außer acht gelassen werden. „Hier wird ein enger Kommunikationszusammenhang aufgrund räumlicher Nähe als konstitutiv für die Milieugruppierung vorrausgesetzt.“[33]

Für die Konstituierung eines Arbeiterbewußtseins spielten Stadtviertelmilieus eine nicht zu unterschätzende Rolle. Dem Arbeiter vermittelten sie außerhalb des Betriebes ein Wir-Gefühl. Hier hatten sie die Möglichkeit, ihre kulturelle Dominanz zum Ausdruck zu bringen und Gelegenheit zu Kontakt und Unterstützung im Alltag.

Den Flächensanierungen der 60er Jahre fielen vor allen die alten Arbeiterviertel zum Opfer. Der Großteil der Arbeiterschaft wohnte seitdem nicht mehr in proletarischen Milieus. Durch erhöhte Mobilität fand auch zwischen ländlichen und städtisch lokalen Milieus ein Annäherungsprozeß statt.

Die klassische Form eines Arbeitermilieus existiert heute ansatzweise nur noch im Ruhrgebiet, wobei auch neue proletarische Submilieus entstanden sind, z.B. durch die Gastarbeiter der 60er und 70er Jahre und die Aus- und Umsiedler der neusten Zeit.

 

Fazit

Die vorliegende Arbeit hat gezeigt, daß sich die Lebenssituation der Arbeiter seit der Entstehung der Arbeiterkultur enorm gewandelt hat. Die allgemeine Anhebung des Lebensstandards, die Verkürzung der Arbeitszeit, Steigerung des Einkommens, Technisierung des Privathaushaltes etc. tragen zu einer Veränderung der individuellen kulturellen und materiellen Bedürfnisse der Arbeiterschaft bei. Durch die individuelle Herausbildung der Lebensstile änderte sich ebenfalls die Rolle der Familie, des Milieus und des Bewußtseins der Arbeiterschaft. Das kollektive Arbeiterbewußtsein wird ersetzt durch die privatisierte Lebenswelt.

Wir sind zu der Ansicht gelangt, daß eine Kultur der Arbeiter zwar in gewissem Maße heute noch existiert, von einer Politisierung der Arbeiterschaft jedoch nicht mehr die Rede sein kann. Insofern ist LANGEWIESCHE zuzustimmen, der betont, daß es auch früher schon Arbeiter gab, die keinem der beiden großen sozialmoralischen Milieus angehörten und daß diese Gruppe aufgrund der nachlassenden Bindekraft der Milieus und des Einflusses des Massenkonsums größer geworden ist.

Bezogen auf das sozialistische Milieu muß konstatiert werden, daß die Versuche der Traditionalisten um Ollenhauer, die Arbeiterkulturorganisationen wieder aufzubauen, nach den deprimierenden Erfahrungen des Nationalsozialismus auch eher schwach waren.

Offen bleibt die Frage, welche ‚spezifischen Merkmale‘ der heutigen Arbeiterkultur zugeschrieben werden können und damit einhergehend die Frage, ob und welcher Begriff von Klasse heute noch Sinn macht. Diese Frage beantworten wir nicht mehr sondern stellen sie zur Diskussion.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literaturverzeichnis

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ROSENBAUM, Heidi: Formen der Familie. Untersuchungen zum Zusammenhang von Familienverhältnissen, Sozalstruktur und sozialem Wandel in der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Frankfurt am Main 1996.

 



[1] TENFELDE, Klaus: Ende der Arbeiterkultur- Das Echo auf eine These, in: KASCHUBA, Wolfgang u.a. (Hg.): Arbeiterkultur seit 1945- Ende oder Veränderung ?, Tübingen 1991, S. 19 ff

[2] TENFELDE, K., a.a.O., S. 22

[3] LANGEWIESCHE, Dieter: Arbeiterfreizeitkultur in der Bundesrepublik. Traditionsbrüche und Kontinuitäten, in: KASCHUBA, W. u.a., a.a.O., S. 66

[4] Vgl. GREBING, Helga: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (4. Auflage), München 1973, S. 89

[5] GREBING, H. a.a.O., S. 88

[6] KRAMER, Dieter: Theorien zur historischen Arbeiterkultur, Marburg 1987, S. 313 ff

[7] LEONHARD, Wolfgang: Eurokommunismus, München 1980, S. 198 ff

[8] Vgl. z.B. ALF, Sophie G.: Leitfaden Italien- Vom antifaschistischen Kampf zum historischen Kompromiß, Berlin 1977 oder MORONI, Primo/ BALESTRINI, Nanni: Die goldene Horde, Berlin 1994

[9] GREBING, H., a.a.O., S. 66 f

[10] GREBING, H., a.a.O., S. 94 ff

[11] GUTTSMAN, W. L.: Arbeiterkultur in der Spannung von Systembejahung und Klassenkampf- Das Beispiel der Weimarer Republik, in: LEHMANN, Albrecht: Studien zur Arbeiterkultur, Münster 1984, S. 18 ff

[12] GUTTSMAN, W. L., a.a.O., S. 22 ff

[13] GUTTSMAN, W. L., a.a.O., S. 28

[14] LANGEWIESCHE, D., a.a.O., S. 64 f

[15] LÖSCHE, Peter/ WALTER, Franz: Die SPD. Klassenpartei- Volkspartei- Quotenpartei. Zur Entwicklung der Sozialdemokratie von Weimar bis zur deutschen Vereinigung, Darmstadt 1992, S. 62 ff

[16] GOCH, Stefan: Sozialdemokratische Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur im Ruhrgebiet 1848- 1975- Eine Untersuchung am Beispiel Gelsenkirchen, Düsseldorf 1990, S. 539

[17] LANGEWIESCHE, D., a.a.O., S. 63 f

[18] SCHEERER, Sebastian: Deutschland: Die ausgebürgerte Linke, in: HESS, Henner u.a.: Angriff auf das Herz des Staates Band 1, Frankfurt a.M. 1988, S. 202

[19] HEINE, Hartwig: Betriebliche Konfliktaustragung in der Krise. Ein deutsch- italienischer Vergleich, in: BOGUSLAWSKI, Gerd- Uwe, IRREK, Bodo (Hg.): Ohne Utopien kann der Mensch nicht leben- Beiträge zur Gewerkschaftsarbeit, Göttingen 1985, S. 82 ff

[20] LANGEWIESCHE, D., a.a.O., S. 65 f

[21] Die verwendeten empirischen Daten beziehen sich auf: HERLYN, U. u.a.: Neue Lebensstile in der Arbeiterschaft? Eine empirische Untersuchung in zwei Industriestädten. Opladen 1994. S.11-40. BISCHOFF, J. / MALDANER, K. (Hrsg.): Kulturindustrie und Ideologie. Teil 1. Arbeiterkultur; Theorie des Überbaus; Freizeit; Sport. Hamburg 1980.

[22] Die Ende 1993 in einigen Großbetrieben vorgenommenen Verkürzungen der wöchentlichen Arbeitszeit bleiben an dieser Stelle (wie so vieles) unberücksichtigt.

[23] HERLYN, Ulfert u.a.(Hrsg.): 1994. S.23.

[24] BISCHOFF, J. / MALDANER, K. (Hrsg.): 1980. S. 204.

[25] HERLYN, U. u.a.: 1994. S.25.

[26]  HERLYN, U. u.a.: 1994. S.26.

[27]  vgl. ROSENBAUM, Heidi: Formen der Familie. Frankfurt am Main 1996. 435f.

[28] MOOSER, Josef. Arbeiterleben in Deutschland. 1900-1970. Klassenlagen, Kultur und Politik. Frankfurt am Main 1985. S.146.

[29]  vgl dazu auch: FRIED, Marc: The world of the Urban Working Class. Cambridge, Massachusetts 1973. S. 94-151.

[30] HERLYN, U. u.a.: Opladen 1994. S.31.

[31] vgl. ebd. S.32.

[32] ebd.: S.32.

[33] ebd.: S.29.